AIK Stockholm – Hammarby IF 1:0

Bei einem bereits länger geplanten Kurztrip in die schwedische Hauptstadt im September diesen Jahres meinte es der Spielplan der schwedischen Allsvenskan Liga sehr gut mit meiner besseren Hälfte und mir. So viel das Stockholmer Derby zwischen AIK und Hammarby genau auf den Sonntag während unseres Aufenthalts. Als ob das nicht schon zu viel des Guten gewesen wäre, standen beide Teams auch noch auf den ersten beiden Plätzen in der Tabelle.

Die Allmänna Idrottsklubben (Allgemeiner Sportklub), welcher bereits im Jahr 1891 gegründet wurde, ist seit den 1930er Jahren im Stockholmer Stadtteil Solna beheimatet und hat bis heute stolze elf Meistertitel und sieben schwedische Pokalsiege zu Buche stehen. Insgesamt vier Jahre verbrachte der Klub seit Einführung des Ligafußballs in der zweiten schwedischen Liga. Nach jedem Abstieg erfolgte immer der sofortige Wiederaufstieg. Der letzte Aufstieg aus der Superettan in die Allsvenskan gelang im Jahr 2005.

Hammarby IF hat seine Wurzeln im Stadtteil Södermalm im Süden Stockholms. Obwohl nur eine Meisterschaft im Jahr 2001 und bis dato noch kein Pokalsieg errungen wurde und die Mannschaft über die vergangenen Jahrzehnte eher als Fahrstuhlmannschaft anzusehen ist, sind die Grün-Weißen der Verein mit dem jährlich größten Zuschauerschnitt im schwedischen Oberhaus. Seine Heimspiele bestreitet der Arbeiterklub, der im Volksmund nur „Bajen“ genant wird zusammen mit Djurgarden IF, dem dritten großen Klub aus Stockholm, in der 2013 eröffneten Tele2 Arena.

Die heutige Partie allerdings fand in der ebenfalls neuen Friends Arena in Solna statt, direkt neben dem Verbandsgebäude des schwedischen Fußballverbandes. Die Vorzeichen für ein spannendes Spiel waren aufgrund der Tabellensituation gegeben. AIK könnte mit einem Sieg seinen Vorsprung auf sieben Punkte ausbauen, Hammarby hingegen seine Titelträume wohl begraben. Wie eigentlich meistens bei so ungleichen Duellen, halte ich in solchen Spielen meistens zum Underdog. So passte es ganz gut, dass wir Karten direkt über dem Gästeblock hatten. Hier waren die Grün-Weißen deutlich in der Überzahl. Vor dem Spiel wurde von beiden Seiten noch eine großartige Choreo mit reichlich Pyrotechnik geboten. Allein dieses Spektakel war das Eintrittsgeld von etwa 24 Euro wert und sorgte für einen verspäteten Anpfiff von etwa zehn Minuten.

Das Spiel an sich lebte ebenso von den Emotionen auf den Rängen. Beide Seiten versuchten lautstark die gegenüberliegende Kurve zu übertrumpfen. Das Niveau des Spiels war jedoch überschaubar. Ein paar bekannte Gesichter mit Bundesligavergangenheit waren auch mit von der Partie. Auf Seiten AIK war es der Norweger Elyounoussi und bei Hammarby der Serbe Djurdjic und der Schwede Hamad. Größtes Highlight im ersten Durchgang war ein verschossener Foulelfmeter von AIK Stürmer Goitom, der seinen kläglichen Versuch, sehr zur Freude der Hammarby Fans, direkt vor der Kurve links am Tor vorbeischob. Hammarby hingegen war im Spiel nach vorn einfach zu harmlos um AIK wirklich in Bedrängnis zu bringen und riskierte mit zunehmender Spieldauer mehr. Das nutzte der Gastgeber eine Viertelstunde vor dem Ende zum viel umjubelten Führungstreffer. Goitom machte seinen Fehlschuss vom Strafstoßpunkt mit einem sehenswertem Treffer wieder gut. Die Führung verwalteten die Hausherren bis zum Schluss clever, so dass AIK am Ende nicht unverdient als Sieger vom Platz ging.

Als Fazit bleibt ganz klar festzuhalten, dass sowohl ein Besuch in der wunderschönen Stadt Stockholm, sowie der Besuch bei einem der Stockholmer Derbys nur wärmstens empfohlen werden kann.

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