Shanghai SIPG FC – Ulsan Hyundai 2:2

​Am Ende des letzten Jahres konkretisierten sich Pläne einer Dienstreise nach Asien, bei der ich Kollegen aus Indien und China ein paar Feinheiten über IT Servicemanagement näher bringen sollte. Nachdem einige Hürden beim Beantragen der beiden Visa und dem Buchen der Hotels gemeistert wurde, stand dem Abflug aus München nach Mumbai nichts mehr im Wege. In Indien konnte ich mir leider keinen Länderpunkt abholen, dafür jedoch on China. An einem kalten Mittwochabend gastierte im Shanghai Stadium die Mannschaft von Ulsan Hyundai aus Südkorea zum AFC Champions League Gruppenspiel in der Millionenstadt im Osten der Volksrepublik. Der Kauf der Eintrittskarten für meine beiden Kollegen Tobias und Stephan war ein reines Abenteuer. Englisch spricht hier von den einheimischen so gut wie niemand und ein Ticketoffice war auch nirgendwo im Umkreis des Stadion zu sehen. Die Anzahl der Schwarzmarkthändler lag hingegen im mittleren dreistelligen Bereich und wir wurden im Sekundentakt angesprochen. Nachdem dann noch ein junger Mann mit Akkreditierung von „Sell Out“ gesprochen hatte, beschäftigten wir uns doch etwas näher mit den Straßenhändlern. Diese Option war mir allerdings nicht ganz geheuer, da im Vorfeld immer mal wieder etwas von gefälschten Tickets zu hören war. Wer konnte schon die chinesischen Schriftzeichen auf der Karte von uns interpretieren? Keiner. Und so hatten wir etwas Bedenken, vielleicht nur eine Kaufbestätigung, oder ein ermäßigtes Ticket zu erhalten. Der modernen Technik sei Dank, haben wir ein Foto der Tickets via Smartphone zu einer Kollegin, die der chinesischen und deutschen Sprache mächtig ist, gesendet und uns kurzerhand rückversichert, keinem Gauner in die Hände gerannt zu sein. Ein kurzes Telefonat später waren wir schlauer. Ich war jedoch immer noch etwas skeptisch und so forderte ich den Kartendealer auf uns bis zur Eingangsscannung zu begleiten. Wenige Minuten später sind wir in einem nicht mal zur Hälfte ausverkauften Stadion und haben für umgerechnet knapp über 20 EUR pro Ticket sehr gute Sicht aus dem Oberrang der Gegengerade. Von ausverkauften Haus, wie erwartet weit und breit nicht zu sehen. Das Stadion selbst erinnerte mich von der Konstruktion an das umgebaute Zentralstadion in Leipzig. Die Verpflegung im Stadion bot nicht wirklich eine große Auswahl. Popcorn und Kartoffelchips zum Beißen und Orangenlimo und Apfelsaft zum trinken. Bier Fehlanzeige. Da wir aufgrund der Ticketorganisation vor dem Spiel keine Zeit mehr für das Abendessen hatten, gab es Orangenlimo mit Stapelchips für umgerechnet 4 Euro. Das Spielniveau erinnerte dann eher an deutsche Zweite Liga und die Superstars der Chinesen Hulk und Oscar konnten mich spielerisch nicht überzeugen, auch wenn Letzterer am Ende des Abends zwei Treffer auf der Habenseite stehen hatte. Der Außenseiter aus Südkorea verteidigte geschickt und ging sowohl in der ersten und auch zweiten Halbzeit in Führung. Die Freude währte jedoch nie länger als zwei Minuten, da den Gastgebern jeweils im Gegenzug der direkte Ausgleich gelang. Am Ende stand ein etwas glückliches Unentschieden für die Gäste zu Buche, die bei zwei Aluminiumtreffern durchaus ins Hintertreffen geraten hätten können. Nach Abpfiff machten wir uns mit der Metro wieder zurück zum Hotel. Dabei genossen wir unser Leben, im wahrsten Sinne des Wortes, in vollen Zügen. Umfallen unmöglich!

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