Sheffield Wednesday – Wolverhampton Wanderers 0:1

Sheffield Wednesday - Hillsborough

Am Donnerstag findet ein FA Cup Spiel zwischen Hereford United und Fleetwood Town statt. Das lasse ich aber zu Gunsten des vorgezogenen Christmas Day bei meinen Freunden sausen. Da Sohn Matthew und Enkeltochter Isla am kommenden Sonntag schon wieder zurück nach Australien müssen, wird der Christmas Day und die Bescherung selbstverständlich vorgezogen. Um es vorweg zunehmen das Essen war ein Traum und typisch britisch. Truthahn mit Stuffing, Gemüse und Gravy und Christmas Pudding mit Custard könnten glatt zu meinen Leibspeisen avancieren. Am Nachmittag werden sämtliche Geschenke zusammen mit den Enkelkindern ausprobiert, Spiele gespielt und pünktlich um 15:00 Uhr spielt Kevin eine aufgenommene Weihnachstansprache der Queen vom letzten Jahr ab. Es war ein großartiges Erlebnis abseits des Fußballplatzes. Am Freitag hieß es dann Goodbye zu sagen und Stoke Richtung South Yorkshire zu verlassen. Die Steel City Sheffield war das vorletzte Ziel meiner Reise durch Großbritannien. Die Fahrt von Stoke dauerte etwa neunzig Minuten, inklusive einmal Umsteigen in Stockport. Bei strahlend blauen Himmel lege ich etwas mehr als einen Kilometer zu meinem Hotel zurück. Vorbei am langen Wasserfall am Bahnhof, dem Crucible Theatre in dem jedes Jahr die Snooker WM stattfindet und dem Weihnachtsmarkt erreiche ich mein Hotel exakt um 14:00 Uhr. Ich checke ein und mache mich mit dem Bus auf den Weg Richtung Hillsborough um noch bei Tageslicht ein paar Aufnahmen des alten Stadions machen zu können.

Es ist ein toller Anblick und die lange Tradition die an diesem alten Ground mit seinen roten Backsteinen hängt kann man förmlich riechen. Am Hillsborough Memorial halte ich kurz inne und bin in Gedanken bei den Opfern der größten englischen Stadionkatastrophe, die hier am 15. April 1989 während des FA Cup Halbfinales zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest 96 Menschen das Leben kostete. You‘ll never walk alone! Ich drehe eine Runde um das Stadion und hole meine bestellte Karte im Ticket Office hinter dem North Stand ab. Vor dem Spiel bin ich noch mit Michael verabredet. Er is einer der Mitbegründer der Website the92.net, auf jener Fans ihre englischen Stadionbesuche dokumentieren und bewerten können. Wie gut war der Pie? Wie freundlich waren die Stewards? Oder wie gut war die Stimmung im Stadion? Mehr als 8.000 Leute sind inzwischen dort registriert. Auch wenn es noch Jahre dauern wird und ich die 92 Stadion vermutlich nie alle machen werde, ist es eine tolle Anlaufstelle, nicht nur für britische Groundhopper. Da sein Zug aus Leeds allerdings Verspätung hat beschließe ich noch ein Owls Ale im Stadion Pub zu trinken. Es war ein seltsamer Geschmack und definitiv mein letztes dieser Marke.

Nachdem ich das Ale mehr oder weniger runtergewürgt habe, mache ich mich auf den Weg in „The Park“. Der Pub ist gerade mal einen Steinwurf von der Leppings Lane Tram Station entfernt. Die gute Auswahl an Speis und Trank weiß zu überzeugen und somit entscheide ich mich die Zeit des Wartens auf Michael mit einem drei Gänge Menü und einem Pint Guiness zu überbrücken. Michael kommt kurz nach sieben und wir sind uns auf Anhieb sympathisch. Er hat mehrere Jahre in Deutschland gelebt und spricht praktisch perfektes Deutsch. Da wir vor dem Anpfiff nicht mehr viel Zeit haben trinken wir noch ein Blitzbier und machen uns auf den Weg. Da Michaels Zug zurück nach Leeds erst um 23:30 Uhr geht, beschließen wir uns nach dem Spiel direkt an der Brücke hinter dem North Stand zu treffen.

Das Spiel selbst war nicht sonderlich gut gespickt mit Höhepunkten. Für mich gab es im Stadion eigentlich über die neunzig Minuten nur zwei Highlights. Zum einen war es das gut performte „Hi Ho Sheffield Wednesday“ der Heimfans vor dem Anpfiff und zum anderen das einzige Tor des Abends durch Wolverhamptons Ruben Neves. Sein platzierter Fernschuss wurde in der kommenden Woche sogar zum Goal of the Week der SkyBet Championship gekürt. Nach dem Spiel treffe ich Michael wie vereinbart an der Brücke und wir nehmen die Tram zurück in die Stadt. Dort machen wir die Clubs und Bars im Bereich der West Street unsicher. Wir haben soviel Spaß, das Michael kurzer Hand beschließt den Bus nach Leeds um 2:00 Uhr morgens zu nehmen. Es war trotz des dürftigen Fußballspiels ein perferkter Tag in der Steel City, der sicherlich nicht der letzte dieser Art war. Vielleicht das nächste Mal an der Bramall Lane bei Lokalrivale Sheffield United.

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