Burnley FC – Stoke City 1:0

Am Dienstagmorgen mache ich mich auf den Weg nach Stoke. An Board des Cross Country Zuges bin ich überrascht, dass ich in der ersten Klasse gratis Frühstück und Getränke bekomme. Dessen nicht bewusst, habe ich mir natürlich im Bahnhof von Reading noch ein Frühstück besorgt. Aber doppelt hält ja bekanntlich besser. Die Fahrt führt von Reading aus nach Oxford, durch die Midlands über Coventry und Birmingham hin nach Stoke-on-Trent.

Am Bahnhof angekommen, holen mich mein Freund Kevin und sein Sohn Matthew gegen 13:00 Uh ab. Matthew wohnt seit vielen Jahren in Westaustralien und ist seit 18 Monaten mal wieder zu Besuch bei seinen Eltern. Die beiden begrüßen mich erstmal mit einem „Roadie“ im Auto. Die Weghalbe, eine gut gekühlte Dose Stella, wird bis nach Hause ohne größere Probleme vertilgt. Kevin sein Haus wird bis Freitag meine Bleibe sein und ich freue mich riesig wieder hier zu sein. Es ist auf den Tag exakt zwei Jahre her, dass wir uns nach dem Auswärtsspiel von Stoke im inzwischen abgerissenen Upton Park von West Ham United kennengelernt haben. Den zweijährigen Jahrestag feiern wir beim leckeren Mittagessen mit einem weiteren Bier.

Kurze Zeit später machen wir uns auf den Weg zum knapp zwei Kilometer entfernten Bet365 Stadion, der Heimspielstätte von Stoke City. Von hier aus fahren die kostenlos vom Club zur Verfügung gestellten Fanbusse los. Stoke City ist übrigens der einzige Club in der Premier League und der Football League, der einen kostenfreien Service dieser Art anbietet. Klasse Aktion, die auch reichlich an Zuspruch findet. Unser Ziel heute ist Burnley nördlich von Manchester. Um 16:00 Uhr fahren wir vom Stadionvorplatz ab. Aufgrund der Rushhour in und um Manchester kommen wir allerdings erst relativ spät an. Geplant waren knappe zwei Stunden Fahrt. Am Ende waren es sogar mehr als drei Stunden.

Im Bus herrscht absolutes Alkoholverbot, was auch bedingungslos von jedem Mitfahrer akzeptiert wird. Die Zeit im Bus überbrücken einige mit dem Lesen von Fanzines, andere spielen Karten oder beschäftigen sich mit ihren Smartphones und Tablets. Auch eine Lotterie wird durchgeführt. Ein Zettel mit 57 Mannschaften macht die Runde. Jeder der mitspielen möchte schreibt seinen Namen hinter einem Club. Die- oder derjenige dessen Mannschaft aus dem Pott am Ende gezogen wird gewinnt das eingezahlte Geld. Ich entscheide mich für Millwall, da nicht mehr viele Teams übrig sind, und mir der Club seit meinem ersten Besuch im Den irgendwie sympathisch ist. Gezogen wurde AFC Wimbledon, auch die wären noch in der kleinen Auswahl gewesen. Schade! Kurzer Jubel im Bus in einer der vorderen Reihe, von hinten tönt es: „At least it wasn‘t Vale“. Gemeint ist Port Vale, der Lokalrivale vom nördlichen Stadtrand. Da wir erst knapp nach sieben am Stadion ankommen, lässt uns der Busfahrer direkt am Away End aussteigen. Bei ekelhaftem Schneeregen machen wir uns auf kürzesten Weg ins Stadion und trinken noch zwei Pints, bevor wir unseren Platz einnehmen.

Das Spiel selber ist nicht der Rede wert. Keines der beiden Teams hätte an diesem Tag einen Sieg verdient. Bei Burnley, die mit einem Sieg über Nacht auf den Champions League Qualifikationsplatz vorrücken hätten können, läuft im Moment alles und bei Stoke so gut wie gar nichts. Und wie es in solchen Spielen dann nun einmal ist, verlierst du das Match natürlich. Ein spätes Tor von Barnes kurz vor Abpfiff, bei dem die Stoke Hintermannschaft nicht besonders glücklich aussah, versetzte die Burnley Fans im Turf Moor in Ekstase. Der Sündenbock war natürlich erneut Manager Mark Hughes, der allerdings auch merkwürdige Entscheidungen von der Seitenlinie aus traf. Auch die Auswechslungen waren nicht wirklich nachvollziehbar. Angepisst von der Niederlage machten wir uns schnell zurück in den warmen Bus. Gegen halb eins waren wir zurück. Bei einem Bier und den Aufzeichnungen der Highlights der anderen Partien an diesem Dienstagabend lassen wir einen nicht ganz so schönen Awayday ausklingen.

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