Tottenham Hotspur – Stoke City 5:1

Ausgerechnet am Tag vor der Abreise setzte bei mir zu Hause im Allgäu der Winter ein. So musste ich am frühen Samstagmorgen erstmal gute fünfzehn Minuten mein Auto ausgraben, ehe ich mich auf den Weg Richtung Memminger Flughafen machen konnte. Der Winterdienst muss die ganze Nacht lang schwer beschäftigt gewesen sein und sorgte zum großen Teil für gut befahrbare Straßen, was angesichts der Schneemassen nicht unbedingt selbstverständlich ist. Gute vierzig Zentimeter Neuschnee vielen immerhin in den letzten 24 Stunden. Ich erreiche das Haus meines Kollegen Gerd in Memmingen gegen 8:00 Uhr. Hier wird mein Auto die nächsten 8 Tage sicher verweilen und das zum Nulltarif. So spare ich mir die immerhin knapp 40 Euro für die Wiese vor dem Flughafengelände. Gerd und ich trinken noch eine Tasse Tee, ehe sein Opel Corsa Shuttle mich in etwa fünf Minuten zum Flughafen bringt. Genau eine Stunde vor Abflug treffe ich ein.

Nach dem Sicherheitscheck kaufe ich noch ein Geschenkset für meine Freunde aus Stoke. Drei Halbe in der Lederhosentragetasche werden bestimmt gut ankommen. Der Flieger hebt mit etwas Verspätung in Richtung Stansted ab, kommt aber aufgrund der großzügig kalkulierten Flugzeiten von Ryanair pünktlich in Stansted an. Meinem Reisepass sei Dank, kann ich mich an der langen Personalausweisschlange vorbeidrängeln und mit Hilfe der elektronischen Passkontrolle das Vereinigte Königreich betreten. Es dauert keine 15 Minuten vom Verlassen des Flugzeugs bis zum Einsteigen in den Stansted Express. Von der Liverpool Street mache ich mich auf den Weg Richtung Wembley Stadion, dem ersten Ziel meiner diesjährigen Reise. Ich nehme die Central Line bis zum Oxford Circus und steige dann um in die Bakerloo Line. Von der Haltestelle Wembley Central ist es gerade noch fünf Minuten zu Fuß. An der Rezeption hinterlasse ich nur kurz mein Gepäck und mache mich dann auf den Weg in den Pub.

Im „The Green Man“ sind etwa 200 Anhänger aus Stoke versammelt. Hier treffe ich Barry, einen der Jungs aus Stoke, die ich vor zwei fast genau zwei Jahren bei ihrer Auswärtsfahrt im inzwischen abgerissenen Upton Park getroffen habe. Barry wartete bereits mit einem Pint Lager auf mich. Wir trinken das Bier und machen uns dann auf den Weg Richtung Stadion. Da die Kontrollen in Wembley gemäß Supporter Informationen ziemlich genau genommen werden, wollen wir nicht zu spät aufbrechen. Der Wembley Arch, die Bogenkonstrukion die schon von weiten zu sehen ist, ist wirklich beeindruckend. Im Stadion revanchiere ich mich noch für das Pint im Pub und lade Barry auf ein Pint Tetley‘s ein. Dazu gibt es für jeden von uns noch einen Pie. Barry nimmt Chicken Balty, ich bevorzuge heute Steak & Ale. Die Uhr zeigt 14:40 als wir fertig sind. „Plenty of time for another pint!“, meint Barry und so gibt es noch ein Blitzbier vor dem Anstoß.

Das Spiel selber läuft für Stoke mehr als bescheiden. Die Spurs kontrollieren das Geschehen nach Belieben und so war das 1:0, wenn auch nur durch ein Eigentor von Shawcross, die logische Konsequenz des bisherigen Spielverlaufs. Nach der Pause schwand die Hoffnung der Stoke Anhänger recht schnell, dass hier heute noch irgendwas zählbares mitgenommen werden könnte. Es waren sieben Minuten im zweiten Abschnitt gespielt, als innerhalb von sechzig Sekunden Son und Kane auf 3:0 für die Spurs stellten. Im Stoke Block hörte man vermehrt die Forderung „Hughes out!“. Die in rot-weiß gestreiften Gäste brachen nun völlig auseinander und so war es erneut Kane und später Eriksen die das Ergebnis noch klarer zu Gunsten der Spurs gestalteten. Die Fans der Potters ließen ihren Unmut weiter freien Lauf. Erst beim Stand von 4:0 brachte Hughes Publikumsliebling Peter Crouch, was die Fans absolut auf die Palme brachte. „Fuck off Hughes!“ war noch so ziemlich das freundlichste was so im näheren Umkreis über den Manager zu hören war. Daran änderte auch der Anschlusstreffer von Shawcross nichts mehr. Immerhin muss man den Stoke Fans ihren Humor lassen. Nach diesem Treffer hallten plötzlich höhnische „Hughes in!“ Rufe durch den Gästeblock.

Nach dem Abpfiff begleite ich Barry noch auf den Weg zum Bus, der ihn wieder zurück nach Stoke bringt. Dabei gibt es aber ein kleines Problem. Im Dunkeln ist er sich nicht mehr so ganz sicher wo der Busparkplatz der Gästebusse war und so mussten wir noch einen kleinen Dauerlauf durch den kalten Londoner Abend machen, um sicher zu gehen, dass er seinen Bus noch erreichte. Wir schaffen es gerade so. Ich verabschiedete mich von ihm und mache mich anschließend zurück auf den Weg zum Hotel. Dabei treffe ich auf einige gruselige Gestalten. Warum wird mir auch schnell klar. In der SSE Arena, gleich neben dem Stadion wird am Abend noch ein Marilyn Manson Konzert stattfinden. Im Hotel angekommen gibt es nach dem Check-In dann noch eine heiße Dusche, um mich von der langen Zeit in der für London doch unüblichen Kälte wieder aufzuwärmen. Mein Zimmer ist zwar im Untergeschoss der Hotelanlage und hat kein Fenster, dafür ist es für Londoner Verhältnisse riesig. In anderen Hotels werden daraus drei Zimmer gemacht. Nachdem ich wieder aufgewärmt bin, lasse ich den Abend mit Chicken Filet im KFC gerade rüber vom Hotel ausklingen. Anschließend verfolge ich dann noch die Zusammenfassung der anderen Football League Matches auf Channel 5, ehe ich bei der Aufzeichnung der 1:5 Klatsche bei Match of the Day auf BBC One einschlafe.

Vor dem Stadion
Vor dem Stadion
Wembley Stadium Panorama
Wembley Stadium Panorama
Eine der beiden 24 x 8 Meter große Leinwand
Eine der beiden 24 x 8 Meter großen Leinwände
Die Massen wandern ab...
Die Massen wandern ab…
Wembley Stadion bei Nacht
Wembley Stadion bei Nacht
Wembley und Umgebung wenn alles fertig ist
Wembley und Umgebung wenn alles fertig ist

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