Cliftonville FC – Warrenpoint Town FC 2:0

Nachdem die Reise nach Nordirland bereits im November 2016 gebucht war und wir leider keine Tickets für das Spiel der DFB Elf im Windsor Park bekamen, entschied ich mich kurz vor dem Abflug nach Belfast mal die Ansetzungen des Nordirischen Verbandes für das Wochenende mit der Länderspielpause zu prüfen. Überrascht stellte ich fest, dass sogar die 1. Liga, die Northern Ireland Footbal League (NIFL) drei von fünf Spielen an dem Samstag durchführte. Kurzerhand checkte ich welches Spiel uns die wenigsten Reisestrapazen bescheren würde. Beim genaueren ansehen der Klubs und etwas Hilfe von Google stellte sich heraus, das derzeit fünf von zwölf Erstligisten in Belfast spielen. So auch der Cliftonville FC, Irlands ältester Fußballclub, gegründet im Jahre 1879. Der fünfmalige nordirische Meister sollte an diesem Wochenende sein Heimspiel gegen Warrenpoint im heimischen Solitude Stadium, welches im Norden von Belfast liegt, austragen.

Nach einem kurzen Besuch des St. George’s Market am morgen und einer kleinen Souvenir-Shoppingtour durch die Innenstadt machten meine Freundin Andrea und ich uns auf den 2,5 Meilen Fußweg Richtung Solitude. Immer wieder wird die kalte Luft auf dem Weg von einem feinen Sprühregen begleitet, was die Einheimischen aber nicht von T-Shirt und Shorts abhalten kann. Gut eingepackt mit Jacke und Mütze stellten wir fest, dass die Nordiren wohl einfach ein anderes Kälteempfinden haben müssen. Nach gefühlt 2,5 Meilen Bergauf erreichen wir die Cliftonville Street und biegen nach rechts in die Straße, an deren Ende sich die Rückwand der Haupttribüne zeigt, ein.

Kurz vor dem Anpfiff kommen noch Phipse und Michi, zwei Freunde aus meinem Wohnort, die mit uns den Trip nach Belfast gemacht haben, am Stadion an. Elf Pfund kostet das Eintritt in das Stadion, das eher das einem Regionalligisten gleicht. Wir legen die 11 Pfund an den Ticketverkäufter, der uns mitteilt, dass wir einfach durch das Drehkreuz gehen soll. Auf meine Frage ob es keine Papiertickets gibt, erwiedert er nur, dass es das nicht braucht. Als Jäger und Sammler der Papierschnipsel bin ich etwas enttäuscht, auch ein Matchday Programme kann ich nirgendswo finden. Nicht einmal auf dem zwei Quadratmeter großen Klapptisch, an dem ein Vereinsmitglied Fanartikel verkauft. Nebenan ein kleines Imbisshäuschen, bei dem es Tee und Fritten für den kleinen Geldbeutel zu erwerben gibt. Der Oberrang der urigen Haupttribüne ist für die Zuschauer gar nicht geöffnet, lediglich ein Radioreporter und zwei bis drei Vertreter der schreibenden Zunft finden sich dort wieder. Da das Spiel bereits läuft, entscheiden wir uns für die zweite große Tribüne hinter dem Tor. In der vorletzten Reihe nehmen wir unser Plätze neben ein paar niederländischen Groundhoppern ein.

Das Spiel selber ist nicht der Rede wert. Um es wenigstens etwas spannend zu gestalten, gebe ich kurz vor der Partie noch 15 EUR auf einen Handicap Sieg der Heimelf ab. Eine gute Entscheidung, die mir am Ende des Nachmittags mein Eintrittsgeld zurück brachte. Cliftonville war nach ein paar Startschwierigkeiten in der Anfangsviertelstunde die bessere Mannschaft und ging auf dem Kunstrasenplatz durch Winchester (13.) in Führung. Das Spiel an sich und die Atmosphäre gleichte einem durchschnittlichen Regionalliga-Kick. Die gut und gerne 1.000 Zuschauer sahen kurz vor der Pause noch das 2:0 für die Heimelf durch Curran (42.). In der Pause begrüßte der Stadionsprecher noch die vielen deutschen Zuschauer, die sich an diesem Samstagnachmittag ins Solitude verirrt hatten. Einige Rostocker Zaunfahnen waren ebenfalls an der Hintertortribüne zu sehen. Nach der Pause passte sich das Spiel immer mehr dem Wetter an und gute Kombinationen hatten absoluten Seltenheitscharakter. Ein heißer Tee für ein Pfund war das Highlight, zusammen mit dem Schlusspfiff, der mich meine kleine Wette noch gewinnen ließ.

Für den Rückweg entschieden wir uns für den Bus, der uns für zwei Pfund wieder in die Innenstadt brachte und nachdem wir vor dem Spiel einem Pub nach drei Tagen Guiness am Stück ferngebliebn waren, statteten wir dem Weatherspoon in der Belfaster Innnenstadt nochmal einen Besuch ab. Bei Guiness, Power Whiskey und einigen Leckereien ließen wir den Abend ausklingen, ehe es am Sonntagmorgen wieder Richtung Dublin und dann zurück nach Deutschland ging.

Red Army Graffiti

Cliftonville Street vor dem Spiel

Welcome to Ireland’s oldest Football Club

Blick auf den Away End Stand

Die große Hintertortribüne

Der markante Main Stand im Solitude Stadium

Cliftonville Street nach dem Spiel

Cliftonville FC Graffiti

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