Burton Albion – Huddersfield Town 0:1

Der Wecker klingelte um 09:00 Uhr und nach einer heißen Dusche standen wir am reichhaltigen Frühstücksbüffet des Hotels. Wir entschieden uns für das Full English Breakfast mit Baked Beans, Ham and Eggs, Sausages, Hash Browns, Pilzen und Tomaten. Dazu gab es Buttertoast, sowie wahlweise Kaffee oder schwarzen Tee. Es dauerte nicht lange, als fünf Männer, alle im Trainingsanzug der Wanderers, am Tisch neben uns ihren Platz einnahmen. Zumindest eines der Gesichter kam mir bekannt vor. Um auf Nummer sicher zu gehen, zückte ich mein Smartphone und überprüfte meine Vermutung. Es war tatsächlich das Trainerteam der Bolton Wanderers um Manager Phil Parkinson.

Bevor wir den Frühstücksraum verließen, bat ich noch um ein Erinnerungsfoto mit dem durchaus erfolgreichen Manager der Trotters, der den Großteil seiner aktiven Karriere beim FC Reading verbrachte. Danach gings zurück aufs Zimmer um die Koffer zu packen, denn um kurz nach zehn fuhr unser Zug nach Stoke-on-Trent via Manchester Piccadilly.

In Stoke angekommen, warteten mein Freund Kevin, den ich letztes Jahr bei meinem Besuch von West Ham gegen Stoke in London kennengelernt hatte, und seine Frau Maureen bereits am Ausgang des Bahnhofs. Wir fuhren mit dem Auto zunächst einmal zum Britannia Stadium, oder korrekterweise bet365 Stadium, wie es seit dieser Saison heißt. Bei den Fans hat sich aber der Name Britannia eingebürgert, schließlich trug das Stadion diesen Namen seit seiner Eröffnung im Jahr 1997. Wir machten Fotos von der Arena und vor der Stanley Matthews Statue am großen Parkplatz hinter der Haupttribüne, bevor wir mit dem Auto weiter zu Kevin nach Hause fuhren.

Dort angekommen wurden wir mit einem extrem leckeren Curry mit Hühnchen und Reis begrüßt. Maureen kochte ausgezeichnet und Kevin erzählte uns, dass wir morgen zum Frühstück eines seiner berühmt berüchtigten Omeletts bekommen werden, am Mittag italienische Pasta mit Oliven, Paprika und Hühnchen und zum Abschluss am Donnerstag noch das Full Trentham Breakfast. Die einheimische Variante des englischen Frühstücks. Um es vorwegzunehmen, jedes dieser Menüs war besser als alles andere was unsere Mägen auf dieser Reise bekamen, oder noch bekommen sollten.

Bevor das heutige Spiel auf den Programm stand, sendeten wir von der gemütlichen Wohnzimmercouch noch die besten Grüße via Facetime in die Heimat. Eine tolle Erfindung, fanden auch Maureen und Kevin, die so ihren Sohn Matthew im fernen Australien viel häufiger zu Gesicht bekommen können. Gary, der andere Sohn der beiden, begleitete uns am Abend zum Spiel nach Burton. Der Zweitligaaufsteiger traf im heimischen Pirelli Stadium auf eines der Überraschungsteams der bisherigen Saison. Huddersfield Town mit seinem Deutschen Manager David Wagner aus West Yorkshire war zu Gast. Wir fuhren die etwa 40 km mit Kevins Auto und holten Gary in der Nähe des Bahnhofs in Burton ab. Da bis zum Anpfiff noch etwas Zeit war, spendierten Gary und ich jeweils noch eine Runde Pints im kleinen Bistro unterhalb der Tribüne.

Die Gegengerade in dem gerade einmal knapp 7.000 Zuschauer fassenden Stadion ist eine reine Stehtribüne und hat keine zehn Stufen. Wir nahmen unser Plätze nahe einem der Eingänge ein und verfolgten das Geschehen auf dem Rasen. Die Kost an diesem Abend war schwer. Das Spiel fand hauptsächlich zwischen den beiden Strafräumen statt. Torchancen in der ersten Halbzeit waren sehr rar. Das Beste am Spiel bis dahin war der Support der Gäste aus Huddersfield. In der Halbzeit gab es den obligatorischen Pie, heute mal Chicken Balti, und ein weiteres Pint.

Nach der Pause änderte sich nicht viel am Spielverlauf. Beide Teams waren defensiv gut organisiert und ließen vor und im eigenen Strafraum nicht wirklich was anbrennen. Wir hatten uns schon mit einem 0:0 abgefunden, als die Gäste durch Nahki Wells doch noch einen Treffer erzielten. Im Gästeblock war jetzt richtig gute Laune angesagt, während die ersten Fans der Brewers bereits das Weite suchten. Wir blieben bis zum Abpfiff, doch der Ausgleichstreffer wollte Burton an diesem Abend nicht mehr gelingen. Auf dem Weg zurück zum Auto verabschiedeten wir uns von Gary, der mit dem Zug zurück nach Tamsworth fuhr. Gegen 23:00 Uhr waren wir zurück in Stoke und tranken zum Abschluss auf den schönen Abend noch ein Pint, bevor wir die Schäfchen zählen gingen.